Die Zukunft der Bienenhaltung liegt in der Gemeinschaft
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Bienenhaltung unter ökonomischen Zwängen
Bienen werden heute, wie viele andere Tierarten auch, als reiner Lebensmittelproduzent angesehen. Durch verschiedene manipulative Eingriffe wurden sie zu ständig höheren Leistungen gebracht. Heute zeigen die Bienen erhebliche Krankheitsanfälligkeiten, was sich deutlich durch die sehr schnelle Verbreitung der Varroamilbe gezeigt hat. Weitere Krankheiten sind im Vormarsch.
Pflege des Biens
Um die Biene für die Zukunft zu erhalten, ist es von wesentlicher Bedeutung, das Wesen des Biens zu pflegen, um seine Vitalität zu stärken, weil dies auf Dauer der sinnvollste Weg ist, mit den veränderten Umweltbedingungen zurechtzukommen. Entscheidend dabei ist, dass sich die Imker ganz auf die Lebensweise der Bienen einstellen, so wie wir Demeter-Imker es in unserem Leitbild verankert haben. Dabei werden die eigenen Vorstellungen und Wünsche bezüglich einer rentablen Bienenhaltung zurückgestellt. Die Bienenpflege muss bienengerecht sein. Das bedeutet einen Verzicht auf hohe Erträge.
Bedürfnisse der Bienen und des Imkers im Gleichgewicht?
In der heutigen Zeit des „immer billiger, immer schneller, immer mehr“ scheint dies ein Rückschritt zu sein. Die Imker stehen unter extrem hohem Preisdruck. Es gibt mit Sicherheit keinen Imker, der seine Bienen nicht liebt. Es besteht immer eine sehr intime und starke Verbindung zwischen dem Imker und seinen Bienen. Wenn man beobachtet, wie der Imker seine Bienen „ausbeuten muss“, um mit ihnen zu arbeiten und gleichzeitig davon zu leben, erlebt man die innere Zerrissenheit, die der Imker erleidet. Viele geben daher die Bienenhaltung auf oder betreiben sie nur als Hobby. Dies spiegelt sich in der Struktur der Imkereien in Deutschland wieder: gerade mal 1% der Imkereien betreiben diese im Vollerwerb.
Die hohe Bedeutung der Bienen für unsere Lebensmittel
Diese wenigen Erwerbsimkereien halten 50% aller Bienenvölker in Deutschland und sichern somit die Bestäubung unserer Nahrungspflanzen. Bienen bestäuben nicht nur die Blüten, aus denen Früchte entstehen, die wir essen (zum Beispiel Obst), sondern auch Blüten, aus denen wir Saatgut für weitere Feldfrüchte gewinnen (zum Beispiel Möhren und Salat) oder für Tiere wichtige Blütenpflanzen auf Wiesen. Es besteht also eine dringende Notwendigkeit, diese Erwerbsimkereien zu erhalten.
Auch Dich brauchen die Bienen!
Bienen sind sie auf eine vielfältige, blütenreiche, pestizidfreie Landschaft angewiesen. Unterstützen können wir dies, indem wir als Verbraucherinnen und Verbraucher pestizidfrei angebaute Feldfrüchte kaufen und in unserem Umfeld, wo auch immer es möglich ist, für eine blütenreiche Landschaft sorgen.
Damit die Demeter-Imkereien mit den ihnen anvertrauten Bienen einen Umgang pflegen, der die Integrität der Völker bewahrt, brauchen sie gerechte Preise für die wesentlich geringeren Erträge. Wenn Du Honig oder andere Bienenprodukte von unseren Imkereien kaufst, ist es tatsächlich genauso, als würdest Du liebevoll für ein Bienenvolk sorgen. Je stärker unser Honig nachgefragt wird, desto mehr Imkereien schließen sich uns an und wirtschaften nach unseren hohen Standards.
Wir als Gesellschaft sollten wieder dahin kommen, die Biene und ihre Produkte als das wertzuschätzen, was sie sind: eine unfassbare Kostbarkeit und ein Wunder der Natur.
Danke, dass auch Du Verantwortung übernimmst.